
- "Colombiana" - Sony Pictures
Unter der Regie von Oliver Megaton, der zuletzt für den Kinohit „Transporter 3“ verantwortlich war, beweisen sich Zoe Saldana („Startrek“, „Avatar – Aufbrauch nach Pandora“) als eiskalte Killerin in Luc Bessons und Robert Mark Kamens Action-Thriller „Colombiana“.
„Colombiana“ – Die Handlung
Nachdem die neunjährige Cataleya (Amandla Stenberg) in ihrer Heimat Bogota Zeugin des kaltblütigen Mordes an ihren Eltern wird, flieht sie in die Vereinigten Staaten und ist wild entschlossen professionelle Killerin zu werden. So arbeitet sie 15 Jahre später für ihren Onkel Emilio in Chicago als Auftragsmörderin (Zoe Saldana). Ihre Freizeit verbringt sie damit sich zu rächen. In Selbstjustiz mordet sie auf geschickte Weise und hinterlässt immer die gleichen Spuren bei ihren Opfern. Diese sollen Zeichen setzen, um sie zu ihrem eigentlichen Ziel zu führen, dem Mörder ihrer Eltern.
Im Vergleich mit den Klassikern
Während das Plakat zu „Colombiana“ an den kürzlich erschienen Spionage-Thriller „Salt“ erinnert, so gleicht die Idee hinter dem Film eher der in „Kill Bill“, wo die Hauptdarstellerin mit derselben Motivation im Kopf durchs Leben geht: sich am Mord ihrer Familie zu rächen. „Colombiana“ kann sich ohne weiteres mit amerikanischen Action-Blockbustern messen, an das Niveau von Luc Bessons bisherigen Filmen „Nikita“, „Léon“ oder „Das fünfte Element“ kommt „Colombiana“ aber nicht heran. Zoe Saldana glänzt in ihrer Rolle als selbstbewusste Protagonistin, voller Entschlossenheit, und schafft es doch auch unschuldig zu wirken. Dabei lässt sie Persönlichkeiten wie Lara Croft oder Nikita auferstehen, ohne allerdings die Action-Klassiker der Neunziger wirklich zu erreichen.
Die gefühllose Superheldin
Der Inszenierung fehlt es nicht an Tempo und Luc Besson streicht besonders die Dynamik der Protagonistin Cataleya hervor, die ihr Ziel ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt, um ihre Rache zu befriedigen. Herausragend gespielt ist vor allem die junge Cataleya von Amandla Stenberg. Nach Zoe Saldanas explosivem Auftritt in ihrer ersten Szene, legt sie eine aalglatte Vorgangsweise an den Tag. Das Timing ist genau abgestimmt und ihre Auftritte sind bis in kleinste Detail durchdacht. Mit ihrem schwarzen, hautengen Anzug erinnert sie an Cat Women und bewegt sich ein wenig in der Schiene klischeehafter Hollywood-Superheldinnen. Sie ist kalt, ohne Reue oder Gefühle gegenüber ihrem Onkel, ihrer Familie oder ihrem Freund. Die Stärke der Hauptrolle ist zugleich eine der Schwächen des Filmes. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren werden eher oberflächlich behandelt und Cataleya lässt sich auf nichts und niemanden ein, um sich nicht von Gefühlen ablenken zu lassen. Doch gerade darin hätte die wahre Herausforderung des Films liegen können: in der gekonnten Inszenierung der Co-Existenz von Gefühlen und Entschlossenheit der Heldin.
Fazit zum Film „Colombiana“
Oliver Megaton schafft eine Verflechtugn der Sichtweisen der CIA mit denen der kolumbianischen Mafia und der jungen Frau Cataleya. Er hält sich dabei an das amerikanische Kino, mit eher klassischem Inhalt und einem Spannungsaufbau vergleichbar mit vielen anderen Actionszene, sowie dem Kampf und der Zielstrebigkeit einer jungen Protagonistin. Der einzelnen Szenen leben eher von Zoe Saldanas Anmut, als von der Geschichte die sie umgibt. Alles in allem ist "Colombiana" also ein Actionfilm, dem es leider etwas an Tiefgang fehlt, vor allem was die Gefühle der Hauptdarstellerin und die Beziehungen zwischen den Akteuren betrifft.
